Der drogenabhängige Patient

Allgemeine Informationen

Im Vergleich zum Konsum von Tabak und Alkohol erscheint die zahlenmäßige Belastung durch illegale Drogen als relativ gering. Allerdings führt der intravenöse Konsum von illegalen Drogen, meist von Opiaten, zu erheblichen Risiken.

Die am häufigsten konsumierte illegale Substanz ist Cannabis.

Abhängigkeiten können von allen Drogen entstehen.

Derzeit bieten sogenannte „Neue psychoaktive Substanzen“ schnell neue, synthetisch hergestellte, nicht ungefährliche Drogenstoffe.

Situation des drogenabhängigen Patienten

Der Konsum harter Drogen bringt folgende Probleme mit sich:

  • Hohe Mortalität (Überdosierung, Mischkonsum)
  • Hohe psychiatrische Comorbidität (Depression, Psychosen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen)
  • Entwicklung von polytoxikomanem Mischkonsum
  • Akute körperliche Begleit– und Folgeerkrankungen (Spritzenabszesse, Venenentzündungen, Zahnverfall, Blutvergiftung, Überdosierung)
  • Chronische Erkrankungen (Hepatitis, Geschlechtskrankheiten, Aids, assoziierte Erkrankungen)
  • Vernachlässigung elementarer Selbstfürsorge (schlechte Ernährung, mangelnde Hygiene)
  • Hohe psychische Belastung (Prostitution, Beschaffungsdruck, juristische und polizeiliche Maßnahmen, soziale Isolation und Vereinsamung)
  • Obdachlosigkeit, bzw. wechselnde kurzfristige Unterkünfte
  • Wenig Vertrauen in die Möglichkeit, die eigene Lebenssituation grundlegend verbessern zu können

Spezielle Risiken für den Arzt

  • Medikamente werden häufig zusätzlich bzw. in Verbindung mit Opiaten und Alkohol eingenommen, deshalb erhöhtes Mortalitätsrisiko.
  • Rezeptvergabe bei Patienten, die schon mit konkreten Rezeptwünschen nach Medikamenten mit Suchtpotential erscheinen, ganz besonders bei Vertretungsfällen.
  • Falsch verstandene Hilfe kann suchtverlängernd wirken.

Hilfsangebote

  • Substitutionsbehandlungen werden in den Ambulanzen der Bezirkskliniken oder in spezialisierten Arztpraxen angeboten. Substitution kann vorübergehend oder langfristig gesundheitliche Risiken minimieren. Zur medizinischen Substitutionsbehandlung ist ergänzend eine psychosoziale Beratung obligatorisch.
  • Zusammenarbeit mit örtlichen Beratungsstellen
  • Entgiftungen können direkt vom Arzt eingeleitet werden. Qualifizierte Entgiftungen finden in der Regel in speziell eingerichteten Abteilungen der Bezirkskliniken statt.
  • Hier können Drogenabhängige eine therapeutisch geleitete Cleanzeit erleben, eine anschließende Entwöhnungstherapie kann einen langfristigen Ausstieg aus der Sucht unterstützen. Körperliche Entgiftungen sind vor jeder Entwöhnungstherapie obligatorisch.

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